Zahnarzt Angst
Die Angst vor dem Zahnarzt
Häufig liegen die Wurzeln dieser Angst schon in der Kindheit – war die erste zahnärztliche Behandlung unangenehm oder sogar schmerzhaft, wird diese Erfahrung oft traumatisch verarbeitet und löst eine Angst fürs ganze Leben aus. Zudem kann eine dauerhafte Angst vor dem Zahnarzt entstehen, wenn während einer Behandlung beispielsweise nicht auf die Bitte um eine Pause eingegangen wird und Kommentare wie „das kann gar nicht weh tun“ ein Gefühl des hilflos Ausgeliefertseins verursachen. Das Vorbild der Eltern oder Horrorgeschichten über Zahnbehandlungen aus dem Umfeld tragen ebenfalls zur Entstehung dieser Angst bei.
Die Angst vorm Zahnarzt ist weiter verbreitet als Sie vielleicht annehmen. Nahezu jeder 10. Deutsche erlebt bei dem Gedanken an einen bevorstehenden Zahnarztbesuch Angstgefühle. Selbst Papst Benedikt XVI soll in einem Interview gesagt haben, er habe Angst vor dem Zahnarzt. Es treten Symptome wie Herzklopfen, Magendruck, feuchte Hände oder zittrige Knie auf. Dabei wird nicht der Zahnarzt selbst gefürchtet, sondern Schmerzen, Spritzen, das Vibrieren oder das Geräusch des Bohrers und andere mit der Zahnbehandlung assoziierte Dinge. Dass der Zahnarzt in der Intimdistanz arbeiten muss, verstärkt zusätzlich die Angst.
Aus Angst vorm Zahnarzt werden Zahnarztbesuche nur unter höchster Anspannung durchgestanden oder sogar ganz vermieden. Fünf bis zehn Prozent der Deutschen vermeiden einen Besuch beim Zahnarzt über Jahre hinweg. Die Folgen sind erheblich, sowohl im körperlichen als auch psychischen Bereich.
Die „normale“, nicht krankhafte Angst vorm Zahnarzt (Zahnbehandlungsangst) muss von der krankhaften Zahnbehandlungsphobie unterschieden werden, wobei die Übergänge allerdings fließend sind. Kennzeichnend für das Vorliegen einer Zahnbehandlungsphobie sind unangemessen starke, häufig auftretende und langanhaltende Ängste, ein Verlust der Kontrolle über die Angst und ein Vermeiden der angstauslösenden Situation, also des Zahnarztbesuchs. Betroffene leiden sehr stark unter der Angst. Die Zahnbehandlungsphobie ist eine von der Bundesvereinigung der gesetzlichen Krankenkassen anerkannte psychische Erkrankung.
Was können Sie gegen Ihre Angst vorm Zahnarzt tun?
Bei Vorliegen einer Zahnbehandlungsphobie ist eine psychologische Therapie (Verhaltenstherapie) vor Beginn der zahnärztlichen Behandlung und die Beratung durch einen speziell geschulten Zahnarzt sinnvoll.
In weniger schweren Fällen können Sie durch Empfehlungen aus dem Freundes- und Kollegenkreis oder Recherche im Internet einen geeigneten Zahnarzt finden. In größeren Städten gibt es häufig auf Angstpatienten spezialisierte Praxen. Wichtig ist es, dass Sie Ihre Ängste schon bei der Terminvergabe ansprechen – so kann mehr Zeit eingeplant werden und der Zahnarzt differenziert auf Ihre Ängste eingehen. Ausführliche Aufklärung über jeden Behandlungsschritt und beispielsweise das Vereinbaren spezieller (Hand-)Zeichen für eine Unterbrechung der Behandlung geben Ihnen ein Gefühl der Sicherheit, dem Zahnarzt nicht hilflos ausgeliefert zu sein. Gönnen Sie sich nach „überstandener“ Behandlung ruhig eine kleine Belohnung – nicht nur bei Kindern hilft dies, eine positive Verknüpfung herzustellen und die Angst abzubauen.
Und auch wenn es paradox klingt – regelmäßige Zahnarztbesuche sind das beste Mittel gegen die Angst vorm Zahnarzt.

